Österreichische Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin
ÖGUM Geschäftsstelle
@: geschaeftsstelle@oegum.at
Neutorgasse 9/2a
AT-1010 Wien, Österreich
Tel.: + 43 (0)1 535 13 05
Fax.: + 43 (0)1 535 70 37

Öffnungszeiten:
Mo - Fr 9 bis 13 Uhr
Ausbildungskurrikulum für vaskuläre Ultraschalldiagnostik
Die Ultraschalldiagnostik ist ein Verfahren, dessen diagnostischer Ertrag in hohem Maße vom Ausbildungs- und Erfahrungsstand des Untersuchers abhängt und nur unter kompetenter Aufsicht und Anleitung erlernt werden kann. In den vorliegenden Ausbildungsrichtlinien des Arbeitkreises „Sonographie der Gefäße“ der ÖGUM werden die erforderlichen Untersuchungszahlen, die Ausbildungswege und –inhalte zur Erlangung der Qualifikation für Gefäßultraschalluntersuchungen definiert.

1. Untersuchungszahlen

Während der Weiterbildungs- bzw. Ausbildungszeit sind folgende Untersuchungen in den jeweiligen Anwendungsbereichen durch selbständige Durchführung und Dokumentation zu erbringen:

- Extrakranielle hirnversorgende Gefäße: 
  200 Patienten cw-Dopplersonographie
  200 Patienten farbkodierte Duplexsonographie

- Intrakranielle hirnversorgende Gefäße: 
  200 Patienten pw-Dopplersonographie
  200 Patienten farbkodierte uplexsonographie

- Extremitätenarterien und –venen: 

  100 Patienten cw-Dopplersonographie Arterien
  200 Patienten farbkodierte Duplexsonographie Arterien
  100 Patienten cw-Dopplersonographie Venen
  200 Patienten farbkodierte Duplexsonographie Venen

- Arterien und Venen des Abdomens:

  200 Patienten farbkodierte Duplexsonographie


2. Ausbildungswege

Für die sonographischen Untersuchungen im jeweiligen Anwendungsgebiet (direktionale Dopplersonographie und Duplexsonographie) und Gefäßprovinz ist der Nachweis der Ausbildung wie folgt zu erbringen:

Entweder
2.1.  im Rahmen der postpromotionalen Ausbildung zum Facharzt unter Anleitung
durch einen ÖGUM/Landesärztekammer-zertifizierten Ausbilder, der mindestens 4 Jahre Erfahrung mit der Methode und >10-fache Zahl an Untersuchungen, die nach den Richtlinien für das Erlernen der Methode gefordert ist, eine jährliche Frequenz von mindestens 200 der betreffenden Untersuchung und eine aktuelle Geräteausstattung nachweisen kann.

oder

2.2.  außerhalb der der Ausbildung zum Facharzt durch eine
• 6-monatige, ständige (annähernd ganztägige)Tätigkeit, oder
• 24-monatige, begleitende (halbtags an mindestens 2 Tagen/Woche) Tätigkeit
bei einem ÖGUM/Landesärztekammer-zertifizierten Ausbilder, der mindestens 4 Jahre Erfahrung mit der Methode und >10-fache Zahl an Untersuchungen, die nach den Richtlinien für das Erlernen der Methode gefordert ist, eine jährliche Frequenz von mindestens 200 der betreffenden Untersuchung und eine aktuelle Geräteausstattung nachweisen kann.

oder

2.3. nach erfolgreicher Teilnahme an, von ÖGUM-Kursleitern durchgeführten, Kursen mit theoretischer und praktischer Anleitung. Zwischen Grundkurs und Abschlusskurs muss ein Zeitraum von mindestens 9 Monaten liegen. Beim Abschlusskurs sind die Befunddokumentationen der nach 1. geforderten selbst durchgeführten Untersuchungen vorzulegen. Mindestens 20 der vorgelegten Befunddokumentationen in dem/den jeweiligen Anwendungsbereichen müssen pathologische Befunde enthalten.


3. Ausbildungsinhalte

Während der Ausbildung in den Ultraschallverfahren für die Gefäßdiagnostik sind folgende Inhalte dokumentiert zu vermitteln:
- Grundlagen der Ultraschallphysik
- Technik der Ultraschallgenerierung und des Ultraschallempfangs
- Verschiedene Ultraschalltechniken in der Gefäßdiagnostik
- Pre- und Postprocessing
- Geräteeinstellung
- Ultraschallartefakte
- Frequenzspektrumsanalyse
- Gebrauch von Echokontrastverstärkern
- Bioeffekte und Gefahren des Ultraschalls
- Anatomische Grundlagen und Varianten
- Hämodynamische Grundlagen
- Graduierung von Stenosen
- Untersuchungstechnik
- Patientenlagerung und Untersuchungsablauf
- Pathologische Befunde und Befundkonstellationen
- Befunddokumentation
- Wertigkeit und Konsequenzen erhobener Befunde
- Wissen über alternative und weiterführende Untersuchungsverfahren
- Möglichkeiten der ultraschallgezielten Interventionen



 
Weiter >